Schufa-Bonitaets-Auskunft

Warum die kostenlose Schufa-Auskunft bei der Schufa 29,95 EUR kosten kann, wenn…

die Tricks der Schufa nicht durchschaut werden und die eigenen Rechte nicht bekannt sind. Welche Rechte fragen Sie sich jetzt? Das Recht auf eine „kostenlose Auskunft“ die jedem Bürger einmal jährlich zusteht. Diese kostenlose Schufa-Auskunft bekommen Sie natürlich nicht nur bei der Schufa, sondern bei jeder anderen Auskunftei wie z.B. bei der  Creditrefom, Infoscore etc!

Die Änderung des Dateschutzgesetzes zum 01.04.2010 schreibt vor, dass jeder das Recht hat, einmal jährlich „seine“ bzw. die über ihn gespeicherten Daten abzufragen und gegebenfalls – sollten diese aus irgendeinem Grund unrichtig, feherhaft oder gar falsch sein – zu korrigieren.  Die Schufa hatte bis dahin von jeder gespeicherten Person ca. 5 ,60 EUR für solch eine Auskunft verlangt.

Der Antrag auf eine kostenlose Schufa-Auskunft kann telefonisch, schriftlich oder online gestellt werden. Ein persönliches Erscheinen in den Geschäftsstellen – sollte es die eine oder andere Geschäftsstelle noch geben – ist auch möglich. Auf Grund der nicht mehr vorhandenen Einnahmen der vormals kostenpflichtigen Auskünfte, werden die Geschäftsstellen der Schufa jedoch seit Jahren kontinuirlich abgebaut und geschlossen. Die Schufa ist ja nun mal auch ein Unternehmen und muss Geld verdienen.

Wer das erste Mal mit der Schufa – als Auskunftei – zu tun hat, dem kann es schon mal vorkommen wie eine Reise auf der wilden Datenautobahn. Bei Umzug und Anmietung einer neuen Wohnung wird von Vermietern immer öfter eine Schufa-Bonitätsauskunft gewünscht. Diese soll es einfach, unkompliziert und kostenlos bei der Schufa geben. Wenn dann die Google-Suche mit „kostenlose Schufa-Auskunft“ gestartet wird finden sich unzählige Angebote, die jedoch nicht direkt zur Schufa führen und in den meißten Fällen überhaupt nicht kostenfrei sind.

Unter meineSchufa.de gibt es dann tatsächlich einige interessante Angebote und wenn Sie nicht aufpassen, dann haben Sie tatsächlich die Bonitätsauskunft bestellt, dafür aber 29,95 EUR bezahlt. Ihr Vermieter hatte doch aber gesagt, dass diese kostenlos ist.

Kostet also „die kostenlose Schufa-Auskunft“ nun doch 29,95 Euro?

NEIN – nur die Bonitätsauskunft für den Vermieter kostet 29,95 EUR die „kostenlose Schufa-Auskunft“ kostet nichts. Sie heißt nur eben nicht „kostenlose Schufa-Auskunft“ sondern „Datenübersicht nach § 34 BDSG“. Diesen Antrag finden Sie aber erst nach einer umständlichen Suche in Schufastan,  versteckt und immer wieder mit dem Hinweis, dass meineSchufaKompakt oder vielleicht auch andere kostenpflichtige Auskunftsangebote über Sie evtl. besser zu Ihnen passen

Die Kostenlos-Variante. selbstverständlich, nachdem ich mich bereits kostenpflichtig angemeldet hatte. Die erste Abfrage war jedoch erst nach rund einer Woche möglich, weil die Zugangsdaten auf dem Postweg eintrafen. Endlich online, erfährt der Kunde als Nächstes, dass er die Schufa- Auskunft lediglich online bestellen kann – für 4,50 Euro. Die Auskunft wird dann auf dem Postweg zugestellt. Also musste ich wieder auf den Briefträger warten – mein Vermieter wurde allmählich ungehalten. Ich auch, weil die „kostenlose“ Auskunft nun schon 23 Euro kostete. Aber endlich war es da, mein persönliches finanzielles Führungszeugnis. Und mit 98 von 100 möglichen Punkten fühlte sich das Scoring fast so toll an wie eine Eins minus auf dem Zeugnis. Aber warum eigentlich nicht hundert? Das stand weder auf dem Auskunftsformular, noch kann man im Schufa-Internet in Erfahrung bringen, wie das Scoring zustande kommt. Anscheinend gab es eine Finanzierungsanfrage im August 2012 von der Commerz Finanz GmbH, einer Tochter der Commerzbank. Es dauerte zwei Wochen, bis die Commerz Finanz antwortete. Ein Mitarbeiter bestätigte, dass in dem Zeitraum eine Bonitätsauskunft über mich von der Firma Roller eingeholt worden war. Der Zeitpunkt stimmte in etwa – ein Unterschied von zwei Tagen gegenüber den Schufa-Unterlagen. Roller verkauft Discount-Möbel in Filialen und per Internet. Beides habe ich jedoch noch nie aufgesucht. Umgehend schrieb ich eine Mail an Roller, in der ich den Vorgang und dessen Wichtigkeit schilderte. Es gab ja nur zwei Möglichkeiten; fragend jemand hatte meinen Namen für dubiose Internetgeschäfte genutzt, oder die Firma Roller hat einen Riesenfehler gemacht. Aber Roller hat bis heute nicht reagiert. Das ist mittlerweile drei Monate her. Meine Reise ist also noch gar nicht richtig zu Ende. Und die Schufa? Immerhin wurde mir nach einem Vierteljahr und dreimaligem Nachhaken schriftlich bestätigt, dass der fragliche Eintrag gestrichen wurde. Eine neue Bonitätsauskunft zum Überprüfen lag leider nicht bei. Die müsste ich wieder neu bestellen – „kostenfrei“ natürlich. Wenigstens mit der Wohnung hat es geklappt. Nun hoffe ich, dass mein neuer Wohnsitz nicht meine Bonitätsnote verschlechtert, wenn die Schufa davon erfährt.